Hintergrund

Vor 500 Jahren gab Martin Luther entscheidende Impulse zur theologischen und geistlichen Reform der Kirche. Was durch Luthers Neuentdeckung der Rechtfertigung aus Gnade und seinem Kampf gegen den Ablass begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Reformbewegung, die Wittenberg auf allen Kontinenten bekannt machte. Bis heute wirken grundlegende Einsichten seiner Theologie nach - nicht nur in den Kirchen, die aus der lutherisch geprägten Reformation hervorgegangen sind. Dank der Ökumenischen Bewegung, die insbesondere im 20. Jahrhundert durch intensiv geführte Dialoge große Früchte getragen hat, haben die Christlichen Weltgemeinschaften zu einer geistlichen Gemeinschaft gefunden.

Dies sollte sich anlässlich des Reformationsjubiläums auch in einem konkreten Projekt niederschlagen - nicht irgendwo, sondern am Geburtsort der Reformation, in der Lutherstadt Wittenberg. Etwas Bleibendes, dabei nicht Abgeschlossenes sollte entstehen, etwas, das kontinuierlich wächst und die Lutherstadt bereichert - ein Zeichen, das die Lebendigkeit und Lebensnähe der reformatorischen Bewegung und deren weltweite Ausstrahlung symbolisiert.

Die Pflanzung von Bäumen ließ einen Garten entstehen, der neben der lebendigen Schönheit eines Parks auch theologische Einsichten verdeutlicht. So hat Bischof Mark Hanson, ELCA, ehemaliger Präsident des Lutherischen Weltbundes, 2008, bei der Grundsteinlegung des Luthergartens gesagt: "Martin Luthers Epoche war geprägt von Albträumen und Fantasiegespinsten über die Zukunft: Albträume vom göttlichen Gericht und utopische Fantasien, die ironischerweise mit Gewalt verwirklicht werden sollten. Von Luther wird die bekannte Geschichte erzählt, als man ihn fragte, was er tun würde, wenn er wüsste, morgen käme der Tag des Gerichts, habe er geantwortet, er werde ein Apfelbäumchen pflanzen. Dies mag wohl eine Legende sein, und doch spiegelt sich in einer solchen Aussage das Vertrauen darauf wider, dass das Leben in Jesus Christus in einer Haltung evangelischer Umkehr gelebt werden kann, die dem Leben in dieser Schöpfung frohe Aufmerksamkeit schenkt und gleichzeitig in freudiger Hoffnung das Leben in der neuen Schöpfung erwartet. Möge dieser Garten uns die Möglichkeit eröffnen, Zeugnis abzulegen für das Leben der Umkehr in Christus und für unsere freudige Hoffnung auf das Leben dort, wo Jesus lebt."

Im Zusammenhang mit dem Martin Luther zugeschriebenen Zitat vom "Pflanzen eines Apfelbäumchens" entstand in Vorbereitung auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation in den Wallanlagen der Stadt der Luthergarten - ein im besten Sinne interaktives Denkmal. Er wurde nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Andreas Kipar(Mailand / Duisburg) entwickelt.

Es wird ein Zeichen der Verbundenheit, Vernetzung und Versöhnung der Kirchen weltweit gesetzt. Somit gehen Impulse für die Stadt, die Region, das Land und letztendlich wieder für die Welt aus. Dies betonte auch Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, damals Leitender Bischof der VELKD und Vorsitzender des DNK/LWB: "Der Entwurf des Projekts lässt schon jetzt erahnen, dass der Luthergarten eine weltweite Ausstrahlung haben wird. Dies ist den überzeugenden Entwürfen von Landschaftsarchitekt Dr. Kipar zu verdanken: Klar im Aufbau, differenziert im Detail, weltumspannend in seiner Anlage. Ich bin der festen Überzeugung, dass an diesem Ort eines der bedeutendsten Reformationsdenkmale des 21. Jahrhunderts entstehen wird." Neben den anderen bekannten Orten in Wittenberg, die mit Luthers Wirken verbunden sind, erhält die Stadt mit dem Luthergarten ein weiteres Luther-Symbol in Form eines Aufenthaltsortes im Freien, der für jeden zugänglich ist. Die Geschichte der lutherisch geprägten Reformation kommt ans Licht und wird ein neuer kultureller Anlauf- und Aktionspunkt in Wittenberg.


Zentrum Luthergarten

Nächste Pflanzungen:

28. Sept Ev. Gemeinde dt. Sprache in Peking, China
29. Sept Ev.-Luth. Kirchgemeinde Hirschfeld, Reinsberg
29. Sept Ev.-Luth. Emmausgemeinde, Belgien und Kath. Gemeinde St. Paulus in Brüssel
29. Sept Ev.-Luth. Gemeinde Amsterdam, Niederlande
29. Sept Ökum. britische St. Peters Gemeinde, Barker Barracks, Paderborn
 30. Sept  Ev.-Luth. Bethanienkirchgemeinde in Leipzig-Schleußig
30. Sept Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Andrew in Colombia, MO, USA
01. Okt Charismatische Gemeinden Nordamerikas, USA
 01. Okt  Schweizerische Pfingstmission
10. Okt Pfarrsprengel Großbeeren
29. Okt Ökumenischer Rat Berlin Brandenburg
   
  Weitere Baumpflanzungen sind ab Ende August 2018 möglich. Es stehen nur noch wenige Bäume zur Verfügung. Bitte melden Sie Ihr Interesse bereits jetzt an.