Hintergrund

Martin Luther

Vor fast 500 Jahren gab Martin Luther entscheidende Impulse zur theologischen und geistlichen Reform der Kirche. Was durch Luthers Neuentdeckung der Rechtfertigung aus Gnade und seinem Kampf gegen den Ablass begann, entwickelte sich zu einer weltweiten Reformbewegung, die Wittenberg auf allen Kontinenten bekannt machte. Bis heute wirken grundlegende Einsichten seiner Theologie nach - nicht nur in den Kirchen, die aus der lutherisch geprägten Reformation hervorgegangen sind. Dank der Ökumenischen Bewegung, die insbesondere im 20. Jahrhundert durch intensiv geführte Dialoge große Früchte getragen hat, haben die Christlichen Weltgemeinschaften zu einer geistlichen Gemeinschaft gefunden.

Die Idee

Wenn der Lutherische Weltbund und seine Mitgliedskirchen im Jahre 2017 der 500-jährigen Wiederkehr des Thesenanschlags von Wittenberg gedenken, möchte er auch bei diesem Anlass sein in der Verfassung beschriebenes Grundverständnis ausdrücken: "Der Lutherische Weltbund bekennt die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche und will der Einheit der Christenheit dienen." Auf dieser Basis bemüht sich der LWB bei den Vorbereitungen auf 2017 Wege zu finden, die die ökumenische Tragweite dieses Ereignisses und die Bedeutung für die ökumenischen Beziehungen unterstreichen.

Dies soll sich auch in einem konkreten Projekt niederschlagen - nicht irgendwo, sondern am Geburtsort der Reformation, in der Lutherstadt Wittenberg. Etwas Bleibendes, dabei nicht Abgeschlossenes soll entstehen, etwas, das kontinuierlich wächst und die Lutherstadt bereichert - ein Zeichen, das die Lebendigkeit und Lebensnähe der reformatorischen Bewegung und deren weltweite Ausstrahlung symbolisiert.

Die Pflanzung von Bäumen lässt einen Garten entstehen, der neben der lebendigen Schönheit eines Parks auch theologische Einsichten verdeutlichen kann. So hat Bischof Mark Hanson, ELCA, ehemaliger Präsident des Lutherischen Weltbundes, 2008, bei der Grundsteinlegung des Luthergartens gesagt: "Martin Luthers Epoche war geprägt von Albträumen und Fantasiegespinsten über die Zukunft: Albträume vom göttlichen Gericht und utopische Fantasien, die ironischerweise mit Gewalt verwirklicht werden sollten. Von Luther wird die bekannte Geschichte erzählt, als man ihn fragte, was er tun würde, wenn er wüsste, morgen käme der Tag des Gerichts, habe er geantwortet, er werde ein Apfelbäumchen pflanzen. Dies mag wohl eine Legende sein, und doch spiegelt sich in einer solchen Aussage das Vertrauen darauf wider, dass das Leben in Jesus Christus in einer Haltung evangelischer Umkehr gelebt werden kann, die dem Leben in dieser Schöpfung frohe Aufmerksamkeit schenkt und gleichzeitig in freudiger Hoffnung das Leben in der neuen Schöpfung erwartet. Möge dieser Garten uns die Möglichkeit eröffnen, Zeugnis abzulegen für das Leben der Umkehr in Christus und für unsere freudige Hoffnung auf das Leben dort, wo Jesus lebt."

Im Zusammenhang mit dem Martin Luther zugeschriebenen Zitat vom "Pflanzen eines Apfelbäumchens" entsteht in Vorbereitung auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation in den Wallanlagen der Stadt bis zum Jahre 2017 nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Andreas Kipar (Mailand / Duisburg) der Luthergarten - ein im besten Sinne interaktives Denkmal.

Es wird ein Zeichen der Verbundenheit, Vernetzung und Versöhnung der Kirchen weltweit gesetzt. Somit gehen Impulse für die Stadt, die Region, das Land und letztendlich wieder für die Welt aus. Dies betonte auch Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, damals Leitender Bischof der VELKD und Vorsitzender des DNK/LWB: "Der Entwurf des Projekts lässt schon jetzt erahnen, dass der Luthergarten eine weltweite Ausstrahlung haben wird. Dies ist den überzeugenden Entwürfen von Landschaftsarchitekt Dr. Kipar zu verdanken: Klar im Aufbau, differenziert im Detail, weltumspannend in seiner Anlage. Ich bin der festen Überzeugung, dass an diesem Ort eines der bedeutendsten Reformationsdenkmale des 21. Jahrhunderts entstehen wird."

Neben den anderen bekannten Orten in Wittenberg, die mit Luthers Wirken verbunden sind, erhält die Stadt mit dem Luthergarten ein weiteres Luther-Symbol in Form eines Aufenthaltsortes im Freien, der für jeden zugänglich ist. Die Geschichte der lutherisch geprägten Reformation kommt ans Licht und wird ein neuer kultureller Anlauf- und Aktionspunkt in Wittenberg.


Zentrum Luthergarten

Nächste Pflanzungen:

29. Juli Ev.-Luth. Kirchgemeinden Ebersbach und Reinersdorf
02. Aug Röm.-Kath. Erzdiözese Milwaukee und Greater Milwaukee Synode,USA
13. Aug Katholisches Bistum Erfurt
17. Aug Northern Texas - Northern Louisiana Synode, USA
26. Aug Ev.-Luth. Philippus-Kirchgemeinde Dresen mit Partnergemeinden
27. Aug Internationale Ökumenische Gemeinschaft
01. Sept Ev. Kirchengemeinde Vaxholm, Schweden
04. Sept Christlich-Protestantische Kriche auf Nias, Indonesien
04. Sept Luth. Kirchengemeinde Shepherd of the Hills in Fountain Hills, AZ, USA
08. Sept Diözese Tampere, Finnland
10. Sept Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Loschwitz
16. Sept Gemeinschaft Chemin Neuf, Frankreich
Spenden

Luthergarten Schlosskirche

Jeder Euro lässt den Luthergarten wachsen!

Nicht allen Kirchen ist es möglich, die Kosten für die Pflanzungen aufzubringen. Gerade bei diesem weltweiten ökumenischen Symbol wollen wir aber keine Kirche ausschließen. Mit Ihrer Spende helfen Sie diesen Kirchen, sich am Projekt Luthergarten zu beteiligen.

Kontoverbindung:
VELKD/LWB-Zentrum Wittenberg
IBAN: DE75 8006 3598 0000 4556 87
BIC:     GENODEF1WB1
Bank:   Volksbank Wittenberg eG

Verwendungszweck: 
Baumpflanzung WB + Name und Adresse 
(für Übersendung einer Spendenbescheinigung)